Henrik ZaborowskiKämpft HR gegen den „Rest der Welt“? Und „auf verlorenem Posten“? Gegen das Management, die Fachabteilungen, die Dienstleister (für die HR nur die Milchkuh ist) – und am Ende vielleicht sogar gegen die eigenen, persönlichen Überzeugungen? Mein Eindruck ist: Es geht ein Riß durch die deutsche HR, nein, konkreter, Recruiter-Landschaft.

Von (un)glücklichen HR’lern und der Masse der Statisten

Mit einigen wenigen „Glücklichen“ (vor allem den HR’lern, die große Budgets und einen tollen Arbeitgebernamen haben, die sich mit den „Schönen HR Künsten“ wie Employer Branding und dem Corporate Design von Stellenanzeigen beschäftigen oder ein Management haben, dass die Zeiten der Recruitingzeit verstanden haben). Dann kommen viele viele graue „Statisten„, die Recruiting schon immer mehr schlecht als recht machen, aber auch keine Ambitionen haben, daran etwas zu ändern. Die kriegen auch wenig mit, was in der Welt um sie herum passiert und haben offensichtlich ein Management, dem es genauso geht. Sonst hätten sie es nicht so bequem. Und dann gibt es die „Unglücklichen„. Das sind vor allem die, die „an der Front“ im operativen Recruiting, mit minimaler Ausstattung und umso größeren Druck von Management und Fachbereichen agieren müssen. Die Ideen hätten, wie es besser geht, die engagiert sind, aber aus dem Schatten der fehlenden Macht und Anerkennung nicht herauskommen und daher auch wenig Hebel zur Verbesserung haben. Die leiden richtig, denn sie arbeiten oft gegen ihre eigenen Überzeugungen.

„War for Talents“? Wer kämpft eigentlich wo?

Kann es sein, dass wir an den falschen „Fronten“ kämpfen? Alle schreiben, reden von Social Media Recruiting und haben noch gar keinen Elternführerschein für dieses Neugeborene. Die Recruiter stehen unter massivem Druck und sollen kurzfristig etwas schaffen, was nur langfristig angelegt wirken kann. Und dabei haben die Unternehmen noch nicht einmal die basics des Recruitings verstanden und umgesetzt, wie Henner Knabenreich mal wieder so unglaublich klar mit seinem Artikel „Der Fachkräftemangel und die Diskussion um den Karriere-Button“ auf den Punkt bringt. Und genau an diesen Beispielen zeigt sich, dass Recruiting nicht allein vom operativen Recruiter gelöst werden kann. Sondern zu aller erst vom Management, das den Kopf aufmacht und Prioriäten setzt. Und das Recruiting wirklich zu einer der wichtigsten Aufgaben aller im Unternehmen ernennt!

Eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, sondern nur auf meinen Artikel als Gastblogger bei jobnet. de hinweisen. Da geht es nämlich genau um das Thema: Was macht HR, wenn die Fachabteilungen mal wieder „rumzicken“ (naja, der Titel ist jetzt natürlich von mir gewählt). Wenn Sie wissen wollen, warum „HR als Business Partner“ nicht funktioniert und Sie als HR’ler immer noch keine Anerkennung bekommen (obwohl Mitarbeiter doch die wichtigste Ressource und Sie sich doch genau darum … und überhaupt), also wenn Sie dazu eine Antwort suchen, dann schauen Sie doch mal rein bei „HR gegen alle anderen. Vergebliche Mühe und ein Weg zum Glück„.

Und wenn Sie dann noch einen konkreteren Tipp brauchen, wie Sie mit dem Hiring Manager umgehen, wenn seine Anforderungen mal wieder zu spezifisch sind, dann lesen Sie auch noch diesen Artikel von Daniel Furth über genau das Problem. Aber dann ist auch gut, dann gilt es konkret zu werden. Hiring Manager zum Bier einladen und (wie es weitergeht, steht in meinem Jobnet Artikel).

Herzlichen Gruß,

Ihr Henrik Zaborowski