Was im Job wirklich zählt! Leseempfehlung!

17. Februar 2014 | Von | Kategorie: Leseempfehlungen

Henrik Zaborowski Recruiting optimierenWas im Job wirklich zählt? Eine gute Frage. Ob es nun die „Alten“, die etablierten Manager sind oder die in diesem Zusammenhang gerne zitierte Generation Y, unsere Gesellschaft scheint sich immer häufiger zu fragen, ob das bekannte „höher, schneller, weiter“ in unserer Arbeitswelt noch richtig ist und Zukunft hat. Die Frage nach dem Sinn der „Arbeit wie wir sie kennen“, taucht gefühlt immer häufiger auf (vielleicht bewege ich mich auch nur in den „falschen“ Kreisen? Oder ist es womöglich die Frage nach dem Sinn des Lebens, die sich hier langsam nach oben wühlt? Das wäre doch mal was!). Darum wurde ich auch sofort hellhörig, als ich vom neuen Buch von Führungskräftecoach Gudrun Happich erfuhr. Titel: „Was wirklich zählt!“. Denn Gudrun Happich meint: „Erfolg und Erfüllung muss zusammen möglich sein“!

Die seriöse ZEIT schreibt in „Manager unter Druck“ von Selbstmorden und den „menschlichen Seiten“ bekannter Top Manager – und in meinem kleinen blog berichten u.a. exzellent ausgebildete Kommunikations- oder Sozialwissenschaftler resigniert von dem Gefühl, trotz aller Motivation und Ausbildung anscheinend nicht gewünscht zu sein. ALLE schreiben vom Fachkräftemangel (der vielleicht doch nur ein Mythos ist?), unsere Jugend könnte also erst einmal entspannt durchs Leben bummeln, die Jobs warten später nur auf sie! Doch stattdessen schulen wir unser Kinder schon im Alter von fünf Jahren ein, „prügeln“ sie durch das G8 (Abi muss doch heute jeder haben, oder?), um sie dann mit 17 Jahren zur Uni zu begleiten und die nötigen Unterschriften zu leisten. Die „lieben Kleinen“ jagen in Regelstudienzeit durch das verschulte Studium, aus Angst, mit 24 Jahren womöglich schon zu alt für den Berufseinstieg zu sein. Während die Arbeitgeber lt. der neuesten Studie „Recruiting Trends 2014“ von Monster einen Absolventen zwischen 28-29 Jahren bevorzugen würden.

Hier scheint einiges falsch zu laufen, oder? Orientierung tut Not, soviel ist klar. Und zwar an allen Ecken und Enden. Das Buch „Mythos Fachkräftemangel“ von Martin Gaedt trifft scheinbar den Nerv der Zeit, bevor es überhaupt veröffentlicht ist. Zumindest wird es überall in den (sozialen) Medien erwähnt. Meine Meinung folgt demnächst. Aber heute möchte ich auf das Buch „Was wirklich zählt!“ von Gudrun Happich hinweisen. Eine erste Einschätzung dazu gibt es u.a. vom „systematischen (und sehr sympathischen) Kaffeetrinker“ Lars Hahn hier auf seinem blog.

 

Leistung & Leidenschaft im Beruf – worauf kommt es an?

Um es vorweg zu nehmen: Wenn Sie nicht nur erfolgreich sein wollen, sondern das auch noch mit Leidenschaft und gefühlter Leichtigkeit, dann können Sie das nur, wenn Ihr Job mit Ihren eigenen Werten und Motiven übereinstimmt (und das im idealen Umfeld). Das ist die Kernaussage des Buches und eigentlich ein alter Hut – aber irgendwie doch nicht. Oder besser: In der Theorie wissen wir das alle. Aber in der Praxis versuchen wir oft gar nicht, unseren Job mit unseren Motiven und Werten in Einklang zu bringen. Weil, ja weil wir nicht glauben, dass es geht! Weil wir „erfahren“ haben, dass es nicht geht. Weil wir nicht so wichtig oder mächtig sind, unseren Job nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Denken wir!

Und genau hier liegt für mich die Stärke dieses Buches. Denn Gudrun Happich gibt anhand von vier konkreten Beispielen aus ihrer Coaching Praxis Einblicke in die Weiten der menschlichen Unzulänglichkeit, diese Denkfehler als solche zu erkennen und zu korrigieren. Ich will nicht so weit gehen und sagen: „Lesen Sie dieses Buch – und morgen haben Sie Ihren Traumjob“. Aber mit Hilfe dieses Buches können Sie sich auf den Weg machen, viele falsche Denkmuster erkennen und die richtigen Weichen stellen.

Mir tat es persönlich sehr gut zu merken, dass ich nicht der Einzige bin, der sich mit der Suche nach Erfolg und Erfüllung so schwer tut/tat. Sondern dass auch gestandene, erfolgreiche Führungskräfte oft keine Ahnung haben, was sie eigentlich wollen! Und wie sie dahin kommen. Und fast noch spannender ist die Erkenntnis, dass die auf den ersten Blick richtige Lösung die komplett falsche sein kann! Zu verfolgen, wie die vier beschriebenen Führungskräfte ihren Weg gehen, wie viel Zeit dieser Weg in Anspruch nehmen kann und dass er sich zum Teil komplett verändert, war für mich eines der wichtigsten Aha-Erlebnisse. Es ist nicht immer das Offensichtliche, was wirklich „richtig“ ist.

Und gleichzeitig ist die Gefahr, wieder in alte Muster zurück zu fallen, doch alles beim Alten zu lassen, permanent da. Wie viele Arbeitnehmer kenne ich, die mir vor Jahren (und dann immer mal wieder) gesagt haben, Sie müssten jetzt hier so schnell wie möglich weg. Und immer noch im „alten“ Job sind. Das kann viele Gründe haben. In diesem Buch lernen Sie einige kennen. Und wer weiß, vielleicht ist es ja auch gar nicht nötig, Ihren Job zu wechseln?

Berufliche (Um-)Orientierung praktisch

Gudrun Happich gibt nicht nur Einblicke in die Praxis, sondern dem Leser auch konkrete Werkzeuge an die Hand, um sich selber auf den Weg zu machen. Einige sind bekannt, andere eher weniger. Auf jeden Fall ist für jede/n und jede Situation etwas dabei. Mit diesem Buch an der Hand sollten Sie in der Lage sein, sich auf dem Weg zu machen, um Ihren Job und Ihr Umfeld nach Ihren Vorstellungen umzubauen. Oder zu erkennen, dass im aktuellen Job doch nicht alles so verkehrt und Sie nicht bereit sind, die „Kosten“ für den Wechsel in Ihren Traumjob auf sich zu nehmen. Denn auch das kann eine Erkenntnis sein. Offen gesagt lehrt mich meine eigene Erfahrung, die Gespräche mit unterschiedlichsten Managern und auch die Beispiele aus dem Buch allerdings auch: Mit externer, professioneller Hilfe geht es bestimmt besser.

Also, uneingeschränkte Leseempfehlung von mir. Mein einziger „Kritikpunkt“ ist, dass ich manche Aussagen als zu häufig wiederholt empfand. Da fühlte ich mich im Weiterlesen fast ein wenig gehindert. Das ist aber natürlich ein subjektiver Eindruck und liegt wahrscheinlich in der Natur eines Coaches. Manche Wahrheiten muss der Klient immer wieder hören.

Also, viel Spaß beim Lesen und noch mehr Erfolg beim Umsetzen! Und wem einmal lesen nicht reicht, der sollte regelmässig beim Leistungsträger-Blog vorbeischauen.

Beste Grüße,

Ihr Henrik Zaborowski

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6 Kommentare auf "Was im Job wirklich zählt! Leseempfehlung!"

  1. Hallo Herr Zaborowski,

    ich bin ja ganz gerührt !!! Vielen herzlichen Dank !! für Ihre Buchbesprechung.

    Was mich vor allem bewegt – ich habe den Eindruck, das Sie das Buch wirklich „gelesen“ haben und sich mit den Tiefen und (Un)Tiefen, die sich hinter den vordergründigen Geschichten befinden wirklich auseinander gesetzt haben. Denn, das was Sie schreiben: ja, das bringt es genau auf den Punkt, was ich mit diesem Buch bewirken wollte.

    Vielen, vielen herzlichen Dank!!

    Herzlichen Gruß
    Gudrun Happich

    • Hallo Frau Happich, ja, ich habe es tatsächlich gelesen 🙂 Und es sind gerade die Untiefen, die mir am meisten geholfen haben. Was auch immer das jetzt über mich aussagt … Herzlichen Gruß, Henrik Zaborowski

  2. Hallo Henrik,

    herzlichen Dank für diesen Buchtipp! Der wandert gleich auf meine Wunschliste. Obwohl ich gerade etwas im „Abarbeitungsstau“ (wenn man das bei Bücher so nennen kann) hänge. Trotzdem bin ich zuversichtlich. – Ich glaube allerdings bereits ohne das Buch meinen (Traum)Job gefunden zu haben. Zumindest das, was ich derzeit als solchen betiteln würde. Mögen noch viele Weitere auf Basis Deiner Empfehlung den Weg zu ihrem beruflichen Glück finden …!

    Viele Grüße,
    Stefan

    • Henrik Zaborowski sagt:

      Stefan, immer wieder gerne! Ja, wer so viel bloggt (New Work lässt grüßen) und arbeitet, wie soll man da noch lesen 🙂 Aber Du packst das! Herzlichen Gruß, Henrik

  3. Micha sagt:

    Hallo,

    mit all den Zeitverträgen, Arbeitnehmerüberlassungen und dem Lohn-Dumping können wir als Jobsuchende froh sein, dass wir überhaupt einen Job kriegen — trotz Qualifikation — und dass der Job entsprechend unserer Qualifikation bezahlt wird, was oft nicht der Fall ist. Da kann ich mir nicht noch erhoffen, meine Werte mit dem Job zu vereinbaren oder einen „Traumjob“ zu finden. Das wäre purer Luxus — zumal einem die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter im Nacken sitzt. Versuchen Sie es mal, dies denen zu erklären.

    Bzgl. „[Mir tat es persönlich sehr gut zu merken, dass ich nicht der Einzige bin, der sich mit der Suche nach Erfolg und Erfüllung so schwer tut/tat.] Sondern dass auch gestandene, erfolgreiche Führungskräfte oft keine Ahnung haben, was sie eigentlich wollen!“

    –> Naja, wenn diese Führungskräfte nicht nur an sich und ihre Karriere dächten, sondern mal sich ans Managen machten, dann hätten viele Angestellte sicherlich ihren „Traumjob“ gefunden. Die Qualität der Arbeit steht und fällt mit der Managementfähigkeit des Vorgesetzten. Es bringt mir nichts, in einem tollen Unternehmen zu arbeiten/einen Traumjob zu haben, wenn es mit dem Vorgesetzten nicht stimmt und folglich schlechte Arbeitsatmosphäre durchsetzt mit Mobbing herrscht. Da sitzt man im goldenen Käfig, arbeitet seine Aufgaben ohne Freude und Motivation ab und wartet nur noch auf den Feierabend. Das kostet sowohl das Unternehmen als auch den Angestellten.
    Angestellte verlassen selten ein Unternehmen, sondern in der Regel ihre Vorgesetzten. Vorgesetzten muss es klar sein, dass sie viel Einfluss auf die Lebensqualität ihrer Angestellten haben. Sie tragen Verantwortung für ihre Angestellten wie Eltern für ihre Kinder. Man kann sogar diesen Vergleich ziehen. Sie müssen ihre Schäfchen im Trockenen haben und dafür sorgen, dass ihre Angestellten ihre Arbeit machen können.
    Vielen Managern ist jedoch ihre Verantwortung gar nicht bewusst. Hauptsache man hat den Managertitel.

    Ich bin froh, wenn ich wieder einen vernünfigen Job habe. Meine Ansprüche habe ich schon sehr zurückgeschraubt. In zwei Monaten werde ich ALG II beantragen müssen, obwohl ich Fachkraft bin. Und da redet man von der Vereinbarkeit von Werten und Tätigkeit. Irgendwie an der Realität vorbei, oder?

    Gruß

    • Henrik Zaborowski sagt:

      Hallo, da kann ich Ihnen nur zustimmen! Führungskräfte haben eine immense Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Ob sie der immer gerecht werden, ist in der Tat eine ganz andere Frage. Und es ist immer die Frage, „woher“ man kommt. Nach dem einen oder anderen „Karriereknick“ sind viele Arbeitnehmer auch mal mit kleineren Brötchen zufrieden. Das würde manchem Top Manager oder High Flyer auch mal gut tun. Es ist alles eine Frage der Perspektive. Herzlichen Gruß, Henrik Zaborowski

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