Change HR: Können Personaler kreativ & mutig sein?

18. März 2014 | Von | Kategorie: Leseempfehlungen

Henrik ZaborowskiChange HR – das beschäftigt mich permanent. Welche Rolle kann HR spielen, z. B. im Recruiting? Besucher des HR Barcamp 2014 bekamen vielleicht den Eindruck, HR befindet sich im Wandel. “Die Personaler” werden auf einmal unheimlich kreativ, witzig, innovativ und erfolgreich. Das deckt sich aber nicht mit dem, was ich den Rest meines Arbeitslebens im HR Umfeld beobachte. Und darum möchte ich ganz kurz einen super Artikel von Svenja Hofert empfehlen, der diese Beobachtung aufgreift und eine Antwort versucht. Und gleichzeitig eine “Mini-Rezension” zu Jörg Buckmann’s “Einstellungsache: Personalgewinnung mit Frechmut und Können” ist.

Svenja Hofert schreibt in ihrem Artikel “Not macht nicht erfinderisch: Warum es freche Personaler gar nicht geben kann“, das der “klassische Personaler” (wie ich mal sagen würde) aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur und seines Werdegangs nicht kreativ und mutig sein kann. Diese Eigenschaften finden sich eher bei den Personalmarketing und -kommunikationsexperten.

Zitat Hofert:

“Können Personaler mutig sein? Die Persönlichkeit eines typischen Personalreferenten, Personalmanagers oder auch HR-Generalists und auch HR-Business Partner unterscheidet sich von der eines Personalmarketers. Während der eine eher daran interessiert ist, seine Sache vorbildlich, effizient und im Rahmen der Vorgaben zu machen, alternativ nah am Menschen orientiert ist, ist der andere bestrebt, NEUES zu schaffen und zu ermöglichen.”

Auch ich habe mich das schon häufiger gefragt. Denn auf dem HR Barcamp in Berlin fanden sich unter den “auffälligen, redegewaltigen, impulsgebenden” Teilnehmern eigentlich nur die Jungs & Mädels aus dem Bereich Employer Branding / Personalmarketing. Eine/n 100%igen Recruiter/in habe ich nirgends vernommen. Und die HR Generalisten blieben auch eher im Hintergrund, meiner Wahrnehmung nach.

Welche Konsequenzen wir jetzt alle daraus ziehen, ist offen. Muss ich erst einmal drüber nachdenken. Oder haben Sie schon eine Antwort?

Herzlichen Gruß,

Ihr Henrik Zaborowski

 

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3 Kommentare auf "Change HR: Können Personaler kreativ & mutig sein?"

  1. Ohne da gewesen zu sein, auf dem Barcamp: Ich hätte mir das denken können 😉 Recruiter agieren im Hintergrund, es gibt wenige schrille Vögel. Und die die es gibt, sind inzwischen a.) selbstständig oder b.) quasi selbstständig . LG Svenja Hofert

  2. Hans Steup sagt:

    Mitarbeitergewinnung raus aus HR und zurück in die Teams. Dahin, wo ‘Recruiting’ ursprünglich herkommt und hingehört. Wir sprachen darüber nach Deiner Session auf dem #HRBC14 🙂

    Die Hauptaufgaben von Gruppen- und Abteilungsleitern sind: Mitarbeiter gewinnen, stärken und von der Kündigung abhalten.

    Viele Leitende denken, ‘Boss sein’ sei ihre Aufgabe. Erwachsenen Menschen vorzuschreiben, welche Aufgaben sie wie zu erledigen haben, die Durchführung der Arbeiten zu kontrollieren, zu protokollieren und in ‘Mitarbeiter-Gesprächen’ auszuwerten. In einem Eckbüro, schön verglast und mit Mahagoni bemöbelt.

    (Macht er das abends mit seiner Frau auch so? Schatzi, wollen wir doch mal sehen, ob Du alles nach Plan eingekauft und an seinen zugewiesenen Platz im Kühlschrank verstaut hast)

    Solange die Mitarbeitergewinnung in einem Land weit weit weg organisiert wird, haben Leitende vor Ort nichts besseres zu tun, als Mitarbeiter von der Arbeit abzuhalten. Wer selbst-denkende Mitarbeiter hat, hat dann als Chef nichts zu tun. Denn die Personal-Abteilung nimmt ihm alles ab.

    Ich würde Team-Leitern das Büro wegnehmen und ihnen statt dessen gute Schuhe besorgen. Damit sie von einem Mitarbeiter zum anderen wandern können und endlich sehen, wo Weiterbildungs- und Verbesserungsbedarf und neue Geschäftsmöglichkeiten bestehen.

    Und Rekrutierung sollte ebenfalls Chef-Sache sein. Die neuen Schuhe helfen übrigens auch beim ‘Active Sourcing’. Natürlich nur für den Fall, dass Chefs ihren A…. auf die Straße bewegen. Raus aus dem Eckbüro.

    – Hans Steup, Berlin

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