Recruiting- und Bewerbungspraxis – Schluss mit der Show, jetzt wird es ernst!

4. Februar 2015 | Von | Kategorie: Recruiting

Die gängige Recruiting- und Bewerbungspraxis in Deutschland hatte ich im Jahr 2000 schon in meiner Diplomarbeit untersucht und kopfschüttelnd diagnostiziert: „Was für ein Schrott! Das kann gar nicht funktionieren.“ Dafür bekam ich überschwängliches Lob und einen Preis – und 15 Jahre später muss ich erkennen: Es hat sich bis heute nichts geändert. Nun ja, selbst ich gewöhne mich an vieles. Und wie sich das Recruiting verbessern lässt, darüber schreibe ich ja immerhin schon. Von der anderen Seite, der Bewerbungspraxis, habe ich bisher immer die Finger gelassen. Denn ich war und bin der festen Überzeugung, nicht jeden Kampf kämpfen zu müssen. Bis … ja, bis das Fass überlief. Und mich jetzt zu etwas „zwingt“, das ich nie tun wollte. Aber vielleicht haben wir ja alle etwas davon?

Bewerbungsratgeber – unfassbarer Blödsinn macht die Runde

Was war passiert? Nun, es war vermutlich eine unglückliche Verkettung tragischer Zufälle. Bei der ZEIT Online stieß ich auf diese Beiträge einer Kommunikationstrainerin, wie man richtig auf verschiedene Bewerbungsfragen antworten sollte. Ich war und bin entsetzt, und nicht nur ich, wie man den Kommentaren entnehmen kann. Liebe ZEIT, bitte, was ist da los? Sind Form und Inhalt ernst gemeint? Da sind zumindest einige Inhalte mehr als grenzwertig.

Dann las ich im in einer bekannten Tageszeitung von einem „Personalberater“ diesen unfassbaren Satz: „Ich muss aus dem Lebenslauf sofort erkennen können, ob der Bewerber die neue Tätigkeit packt„. Ergänzt wurde das Zitat mit „Der Personalberater greife schließlich auf Erfahrungen zurück“. Ich verlinke bewusst nicht auf diesen Artikel, das möchte ich weder dem Berater, noch dem Journalisten, noch Ihnen antun. Wie kann es passieren, liebe Leser, dass so ein absoluter Blödsinn veröffentlicht wird? Spätestens hier muss jeder durchschnittlich intelligente Leser an der Zunft der Personalberater (ver)zweifeln. Wenn ich anhand eines Lebenslaufes sofort erkennen könnte, ob der Bewerber den Job packt … dann kann auch ein Praktikant die perfekte Auswahl treffen! Ach so, stimmt, ist ja auch durchaus gängige Praxis! Ich kann also anhand eines Lebenslaufes sehen, ob jemand den Job kann? Aber natürlich auch nur dann, wenn der Bewerber (der sich alle paar Jahre mal bewirbt) den Lebenslauf richtig schreibt? Wozu brauche ich dann noch einen Personalberater? Genau, so einen Personalberater brauchen Sie auf gar keinen Fall. „Setzen, Sechs!“

Und zu guter Letzt erschien online mal wieder einer (von vielen) Berichten zum Thema „In x Schritten zum perfekten Bewerbungsfoto“ (Sie dürfen gerne einfach mal nach „Schritten“ „perfekt“ und „Bewerbung“ googlen. Suchen Sie sich die Treffer aus).

Das war der Moment, in dem in mir eine Sicherung durchknallte und ein Entschluss reifte. Ich werde etwas tun, was ich bisher immer vermieden habe: Ich werde Stellung zur Bewerbung beziehen. Und damit Gefahr laufen, mich einzureihen in die Hundertschaften von Bewerbungsratgeberautoren, -redner und –coaches, die im Bewerbungsschwachsinn erst ihren Verstand verloren und dann den Schwachsinn zur Kunst erhoben. Was für eine Tragödie. Was für Leid hat diese Zunft über unsere Arbeitswelt gebracht? Wie viele Bewerberseelen haben sie auf dem Gewissen? Die armen Unschuldigen, die trotz Einhaltung aller (Glaskugel)klaren Tipps mit ihren Bewerbungen am Schwachsinn des Systems scheiterten. Und am Ende einsam, verlassen, verraten und mit nackten Füßen über den kalten, rauen Asphalt erbarmungsloser Doktrin angeblich einzig richtiger Bewerbungsnormen schlurfend, den letzten Rest ihres Selbstvertrauens und Gerechtigkeitsempfindens im Rinnstein der Straße der Vergessenen ausbluteten.

Recruitingpraxis – die Geister, die sie riefen …

Sie finden, ich bin zu hart? Ja, Sie haben Recht. Denn angefangen mit diesem Blödsinn haben ja nicht die Bewerbungsratgeber, sondern die Unternehmen. Aber auch wenn ich eigentlich nie jemanden persönlich angreifen oder zu nahe treten will, hier musste ich klar Stellung beziehen. Denn was wäre Aufgabe der intellektuellen Ratgeberklasse gewesen? Richtig: Den Unternehmen den Finger in die Wunde zu legen, einen Spiegel vorzuhalten und zu sagen: „Stopp! Haltet ein! Wehret den Anfängen. Denn die Geister, die ihr ruft, werdet ihr nicht mehr los!“ Aber das taten sie nicht. Stattdessen haben sie unser Problem noch potenziert und den Bewerbern für gutes Geld schlechte Antworten und Maßnahmen auf noch schlechtere Fragen und Vorgaben eingebläut.

Und die eigentlich Schuldigen, die Unternehmen? Nun, schwimmend im Meer von Bewerbern, sicher stehend auf Deck des Personalauswahldampfers, angetrieben durch die immer „schlauer“ werdenden Bewerber und getragen auf der Welle des angeblichen Recruitingerfolges verrannten diese sich in immer dümmere, fadenscheinig intellektuelle Auswahlprozesse – und niemand gebot ihnen Einhalt. Und inzwischen ist fast jedes Wort, jeder Satz in dieser ganzen Bewerbungsshow so verklausuliert, so vom Unrat landläufigen HR Lallens überzogen, dass selbst einstmals gute Fragen längst in ihrem Kern vergiftet und unbrauchbar geworden sind. Der Bewerbungs- und Personalauswahlprozess ist zu einer Bewerbungshow verkommen. Eine Show, die ich gerne unter die Erde bringen würde. Die Grabrede hatte ich bereits Anfang 2013 gehalten. Doch das Biest hält sich hartnäckig. Aber damit muss Schluss sein.

Recruiting- und Bewerbungspraxis im Jahr der Kandidaten?

Ich werde reagieren. Der Anfang ist mit diesem, in der Wortwahl zugegeben harten Artikel gemacht. Warum jetzt? Weil ich es sonst vielleicht nie anfangen werde. Und weil wir 2015 haben. Das Jahr der Kandidaten! Kennen Sie noch nicht? Dann mal schleunigst hier bei Jo Diercks vorbeischauen und sich über die Blogger-Challange informieren. Und dran bleiben. Es muss sich was ändern, liebe Leser. Ich denke, da sind wir uns einig. Auf dem HR Innovation Day in Köln bekam ich wieder viel Zustimmung zu meiner These, dass wir den Menschen endlich in den Recruiting-Mittelpunkt stellen müssen. Die Zeit ist reif, aber das war sie auch schon im Jahr 2000. Bis der Neue Markt zusammenbrach und der 11. September kam. Aber wenn wirklich der Demografische Wandel in 10 Jahren Einzug in die deutschen Wirtschaftsetagen nimmt, dann sollten wir dafür gewappnet sein. Und die Lösung heißt nicht, noch krankere Auswahlprozesse zu entwickeln.

Recruiting- und Bewerbungspraxis – auch beim Recruiterslam!

Nachdem ich nun also die Videos auf ZEIT Online gesehen habe, war mir klar, das musst du machen, Henrik. Darum habe ich mich, auch wenn ich mich mit der Durchführung nicht ganz wohl fühle und nicht 100%ig mit dem Ergebnis zufrieden bin, für die Form des Videos entschieden. Warum? Nun, offensichtlich ist Video der neue Trend. Und außerdem muss ich schon mal üben. Für den Recruiterslam. Michael Witt, einer der Organisatoren, hat schon zum „warmbatteln“ aufgerufen. Wir suchen übrigens noch weitere Recruiter für das Battle. Wie wäre es mit Ihnen? Oder sonst als Zuschauer. Am 9. April in Stuttgart! Tickets gibt es bereits für 10 Euro.

Und ich hoffe, bis dahin sind Sie mir und meinen Ausführungen treu geblieben. Denn in den nächsten Wochen werde ich zu verschiedenen Aspekten im Recruiting- und Bewerbungsprozess per Video Stellung beziehen. Abonnieren Sie doch am besten gleich meinen Youtube Kanal bzw. die Playlist. Und bitte diskutieren Sie mit. Hier, oder wahrscheinlich am besten auf dem Youtube Kanal direkt. Und widersprechen Sie! Schlagen Sie bessere Alternativen vor! Lassen Sie uns diskutieren. Denn es gibt nichts zu verlieren. Schlimmer kann es nicht werden. Ich freu mich darauf!

Herzlichen Gruß,

Ihr Henrik Zaborowski

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36 Kommentare auf "Recruiting- und Bewerbungspraxis – Schluss mit der Show, jetzt wird es ernst!"

  1. Michaela sagt:

    hach, hach, HACH – ich unterschreibe ALLES 😉

    Bei der „Kommunikationstrainerin“ in der ZEIT bin ich auch verzweifelt. Sehr verzweifelt. Und ich finde es UNFASSBAR, dass sowas publiziert wird.

  2. nicht schlecht Herr Specht, schon einmal ein guter Start Henrik! Da sollte wohl nun ein Konter von mir folgen…

  3. Anika Zeimke sagt:

    Hätte ich einen roten Teppich, ich würde ihn ausrollen!

    Lieber Henrik!
    Schade, dass nicht immer das Jahr der Kandidaten ist! Wieso nur 2015? Wird es ab 2016 besser? Ich fürchte nicht!

    Personalarbeit ist keine Maschinerie! Leider ist sie in den vergangen Jahren dazu geworden: Formate für CVs, Online-Bewerbungstools mit 137 Fragen, strukturierte, ja sogar diagnostische Intervies, die fiesesten Bewerbungsfragen und ihre tollsten Antworten,…. und und und!

    Was darunter leidet ist genau die Authentizität, die sowohl Bewerber als auch Unternehmen ausmacht! Besinnen wir uns doch mal wieder auf unsere menschliche Seite zurück und trauen unserem Bauchgefühl gespickt mit den richtigen Fragen zur Person/Unternehmen bei Interviews und lassen uns nicht von Zeugnissen, Schulnoten und Bewertungsplattformen blenden. Wer das nicht kann (oder will), der ist – sorry – falsch im Personalwesen!

    Vielen Dank für deinen tollen Artikel!

    Herzliche Grüße
    Anika

    • Hallo Anika, ja, ich bin voll bei Dir bzgl. der „menschelichen Seite“. Und ob es 2016 besser wird …? Bin mal gespannt, ob es überhaupt schon 2015 besser wird. An uns soll es aber auf jeden Fall nicht liegen!
      Herzlichen Gruß, Henrik

  4. Henner sagt:

    Mensch Henrik,

    du schießt den Vogel ab! Mit Video UND Artikel. Das muss dir erst mal einer nachmachen!
    Ich ziehe meinen Hut UND rolle den roten Teppich aus. Von Wiesbaden bis nach Bergisch-Gladbach, so dass du bequem und trockenen Fußes am 8. Mai zur Neuauflage von personalmarketing2null & friends kommst 🙂
    Auch ich hatte den Artikel in der Zeit gelesen (und andere ähnlichen Bullshit beinhaltende) und nur den Kopf geschüttelt. Danke für deine Replik!

    Mögen möglichst viele MENSCHEN diesen Artikel und verinnerlichen.

    Danke, Henrik! Und mach weiter so!

  5. Sehr geehrter Herr Zaborowski,
    alle Ihre Aussagen / Thesen unterschreibe ich.
    Nach meiner Erfahrungen treffen im Bewerbungsprozess 2 Parteien aufeinanderen, deren Interessen nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Personaler „verkauft“ dem Bewerber einen Job, den er selber kaum fundiert beurteilen kann. Und der Bewerber verkauft sich dem Personaler als Idelabesetzung für diesen Job. Beide Seiten veranstalten also eine Show, die mit ihrer Realität meist NICHTS zu tun hat.
    „Drum prüfe, wer sich (ewig ?) bindet, inwieweit sich die angebotene Aufgabe (nicht ein Job !) mit den Neigungen und Eignungen des Bewerbers zusammenfindet !“
    Das ist die Kernaufgabe für beide (!) Parteien.

    beste Grüße aus Johannisberg
    Thomas Albert Klein

    • Hallo Herr Klein, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ja, das „verkaufen“ ist ein Riesendilemma! Wir müssen einfach ehrlicher werden. Das bedeutet aber, dass wir auch ehrlicher zu uns selbst werden müssen. Und da fangen die Probleme ja schon an 🙂
      Herzlichen Gruß, Henrik Zaborowski

  6. […] 5.2.15: Henrik Zaborowski (Recruitingcoaching und -umsetzung): Recruiting- und Bewerbungspraxis – Schluss mit der Show, jetzt wird es ernst! […]

  7. Hallo Henrik, Deinen Post hatte ich bereits gestern gelesen, Dein Video erst heute morgen angeschaut. Zunächst mal Chapeau für dein gelungenen Vortrag. Ich kann vieles aus meiner Praxis unterstreichen. Es ist schon oft zum Verzweifeln. Wir finden als Personalberater interessante „Perlen“, die Kandidaten sind heiss auf die Stelle und den Firmen fällt oft nur der eine oder andere „Haken“ im CV ein. Es ist so einfach, ein kurzes Telefoninterview, ehrlich über die Stelle – Perspektiven, Anforderungen und Aufgaben sprechen – und beide Seiten haben ein Gefühl, ob es wirklich passen könnte. Und dann sehen sie weiter. Das ist unser heutiges Problem: Vor lauter Recruiting-Automation via HR-Software, SAP, „intelligenten“ Rankings, Kenntnisreitern und Quick’n Dirty-„Beziehungsmanagement“ im Web bleibt die persönliche Auswahl auf der Strecke. Ich befürchte, da nutzt auch das „Jahr der Kandidaten“ nix, denn 99% der Personalentscheider haben davon noch gar nichts mitbekommen.

    Beste Grüße Jürgen

    • Moin Jürgen, ja, ich kenne das Problem auch aus langjähriger Erfahrung. Da braucht der PB schon ein sehr gutes standing beim Kunden, um solche Kandidaten zum Gespräch durchzubringen. Ob das allerdings am Einsatz der Technik liegt, weiß ich nicht. Das hat eher was mit Zeitmangel und/oder Bequemlichkeit zu tun, dass sich HR wenig Zeit für mehr Kandidaten nimmt. Naja, vielleicht erreichen wir ja 2% der Personaler, die noch nix vom Jahr der Kandidaten gehört haben. Wäre doch auch schon was 🙂 Herzlichen Gruß, Henrik

  8. HRBlogerin sagt:

    Hallo Henrik,

    etwas spitz formuliert, aber das ist wohl jounalistische Pflicht um Aufmerksamkeit zu erreichen. In der Kernaussage stimme ich dir aber vollkommen zu. Es gibt tatsächlich viel Blödsinn in Sachen Recruiting-Standards, Instrumenten, Ratgebern und Kommunikation und natürlich auch unfähige Recruiter.

    Das „schöne“ ist ich kann jetzt Beispiele aus der Praxis beitragen, um das Jahr der Kandidaten mit Leben zu füllen. Bin selber wieder Kandidatin. Den ersten Pre-Gesprächs-Psychotest habe ich schon hinter mir. Mal schauen, ob ich die Kreuzchen richtig gesetzt habe 😉
    Die Qualität unterschiedliche Online-Bewerbertools konnte ich auch schon eroieren. Am besten gefallen hat mir die Funktion eines Tools den Lebenslauf aus LinkedIn direkt zu importieren, damit man weniger Abreit hat die Lebenslaufmaske auszufüllen. Das Ende vom Lied war, dass 90% der Angaben falsch übernommen, händisch einzeln gelöscht und neu eingegeben werden musste. 🙁 Dann lieber wieder Web 1.0 oder Toolunterstützung.

    In diesem Sinne viel Erfolg. You Tube Channel ist abonniert.

    Viele Grüße
    HR Bloggerin

    • Moin HRBlogerin, ja, spitz formuliert. Aber diesmal wirklich aus Überzeugung, nicht für die Aufmerksamkeit. Im Gegenteil, fühle mich mit so harter Kritik eher unwohl. Aber in diesem Fall wollte/musste ich klare Worte finden.
      Dann lass uns mal an Deinen Erfahrungen teilhaben 🙂 Davon können wir alle nur profitieren! Und schön, dass Du „dabei“ bist.
      Herzlichen Gruß, Henrik

  9. Micha sagt:

    Hallo Henrik,

    prima. Ich stimme allem zu und bin wieder guter Hoffnung.

    Ich habe all dieser Ratgeber gelesen in der Hoffnung, erfolgreich bei meinen Bewerbungen zu sein, auch wenn ich manchmal ein ungutes Gefühl bei den Tipps hatte. Dann habe ich festgestellt, dass, was bei Personaler A funktionierte, bei B nicht funktionierte. Seitdem meide ich diese Ratgeber und bin hier und bei manchmal Persoblogger zu Gast. 🙂

    Was das Thema „In x Schritten zum perfekten Bewerbungsfoto“ betrifft, es scheint wohl noch nicht angekommen zu sein, dass ein Bewerbungsfoto seit dem Gleichstellungsgesetz von 2006 nicht mehr in Lebensläufen notwendig ist. Außerdem ist mir ein natürliches Foto, das den Kandidaten z. B. beim Wandern oder auf einem Segelboot zeigt (z. B. in sozialen Netzwerken), viel lieber als ein stilisiertes, klinisches „Bewerbungsfoto“, das für viel Geld von einem Fotografen erstellt wurde.

    Ich warte auf den Tag, an dem die Bewerbungsportale wieder abgeschafft werden. 🙂

    Viel Erfolg. Meine Unterstützung hast Du schon. 🙂

    Grüße
    M.

    • Supi, Micha, Deine Erfahrungen kann ich so bestätigen! Und vielen Dank für Deine Unterstützung. Die nächsten Wochen/Monaten werden zeigen, ob ich mit meinem Anliegen ansatzweise „durchkomme“. Herzlichen Gruß, Henrik

  10. Bastian sagt:

    Moin Henrik,

    zunächst ein großes DANKE für diese Ehrlichkeit. Ein erstklassiges Video und ein erstklassiger Beitrag.
    Am besten hacke ich die Fernseher in unseren Konferenzräumen und lasse dein Video in Endlosschleife laufen. Weil was wir als Recruiter vielleicht schon längst verstanden haben (auch ohne Ratgeber…) haben unsere Fachbereiche überhaupt nicht verstanden (mit Ratgeber).

    Und wenn wir uns schon Gedanken darüber machen wie wir zurück zum Ursprung kommen, können wir dann bitte auch diese dämlichen und sinnlosen Marketing Denglisch begriffe und Stellentitel lassen.

    Danke 🙂

    In diesem Sinne

    Bastian

    • Moin Bastian, sehr gerne, ich danke Dir 🙂 Na, das mit den Fachbereichen ist noch ein weiteres Problem, das stimmt. Naja, jetzt kommen ja demnächst ein paar weitere „Erklärvideos“ von mir. Vielleicht überzeugen die dann Deinen Fachbereich 🙂
      Herzlichen Gruß, Henrik

  11. Stefan sagt:

    Servus Henrik,

    die Serie in der Karriererubrik der Zeit ist ja echt klasse, Lunge durchlüftet, Zwerchfell war in Bewegung, 3 Folgen habe ich mir angesehen. Eine Wirkung war also da, aber als Ratgeber für Bewerber…???
    Ich bin gespannt auf Deine Vorschläge, von AG-Seite lasse ich die Show weg, von AN-Seite ist es immer wieder erfrischend, die guten Personaler auf der Gegenseite bei den „üblichen Fragen“ auf die Schippe zu nehmen (glücklicherweise haben es bis jetzt zwar nicht alle, aber die Meisten mir nicht übel genommen).

    Viele Grüße
    Stefan

  12. Marc Mertens sagt:

    Ich konnte den Herrn Z. nocht nicht live erleben und bin daher mal dankbar, ihn hier so in Äktschn zu sehen. Beeindruckt bin ich vom Reim und frage mich ganz still, wie lange man wohl daran gesessen haben mag.

    Daher ein großes „Daumen nach oben“ und ich bin selbst etwas verwundert, dass ich neulich bei XING einer recht interessanten und später auch hitzigeren Diskussion mit dem Überbau einer Kandidatenberatung beiwohnen durfte. Plötzlich wurde es doch etwas emotional, wobei meine Amerkungen dort nur sachlicher Natur waren.

    Aber da waren die o.a. Spezialisten bereits wieder voll in Ihrem Element unterwegs und haben die Talente wahrscheinlich auch wieder optimal verunsichert. ;-))

    Ja, Fachkräftemangel kann man sich wirklich prima heraufbeschwören oder sich selber als hausgemachtes Geschenk ins Unternehmen holen. Es könnte ja mit dem Recruiting auch einfacher laufen.

    Isses aaaaber nicht.

    Leider!
    Nabend.

    Herzliche Grüße aus Bayern
    Marc Mertens

    • Moin Herr Mertens, ganz ehrlich? Die Reime schwirren so ein paar Tage durch meinen Kopf und dann setze ich mich mal konzentriert ran und schreib was runter. Und dann wird das nach ein paar Tagen nochmal optimiert. Und dann muss auch gut sein.
      Ihre hitzige Diskussion, die war doch nicht etwa in einer XING Gruppe zum Thema Bewerbung oder so? Da entstehen oft ganz gruselige „Dialoge“. Ich halte mich da lieber fern …
      Herzlichen Gruß, Henrik Zaborowski

  13. jrgkop sagt:

    Brisant erkannt gebrannt! Das Thema.
    Wahrheiten sind selten bequem. Erkenntnisse oft nicht kuschelig. Seit Jahren verfolge ich „HR-Prozesse“ und auch das Thema als solches, da ich derzeit auch ein aktiver Bestandteil der Show, ich nenne es „Kirmes“, bin. Ich kann gar nicht schnell genug weg sehen, wie mir (mit Verlaub) das Elend ins Gesicht und vor die Augen auf den Bildschirm springt.
    H“R Gott, lass Hirn, Einsicht, Nach- und Umdenke regnen. Schnell und vor allem viel. Und lass es all denen zukommen. (Die eigentlich wissen, daß sie gemeint sind). Ist doch ganz einfach: Menschen menscheln. Passt das, dann passt das. Haben wir alle zuviel Zeit? Möglicherweise – andere schon.

    • Vielen Dank. Kirmes ist auch schön. Meine ursprüngliche homepage hieß „humancircus“, weil sich alle wie im Zirkus verhalten. Da gibt es (Möchtegern-)stars, Clowns und ganz viele unscheinbare Helfer. Alle sind wichtig, aber nur die Stars werden gesehen. Das passt nicht ins reale Leben.
      Herzlichen Gruß, Henrik Zaborowski

  14. […] wenn Bewerberinnen und Bewerber, die angebissen haben, im Bewerbungsprozess vergrault werden. Wenn spannende Kandidatinnen oder Kandidaten angebissen haben, kommt der „Moment of Truth“. Dann entscheidet sich, ob die Versprechungen einhalten werden. Oder eben nicht. Auch dafür gibt es […]

  15. […] den Ring geworfen. Henrik “The Poet” Zaborowski hat sich nicht lumpen lassen und direkt im richtigen Format geantwortet. Da hab ich doch schon einen kalten Windzug verspürt – ich glaube, ich muss mich […]

  16. Kai G. W. sagt:

    Hallo Henrik „The Poet“ Zaborowski,

    ich freue mich jedesmal. wenn auf dieser Seite ein neuer Blobeitrag erscheint und die Diskussion gut abgeht. Es ist auch immer mal was zum lernen mit dabei zumindest ein neuer Blickwinkel! Nun bin ich doch sehr gespannt was da noch kommen wird! Manchmal wünscht ich mir doch, und das möcht ich gern bekennen, eine Sendung mit dir, Martin Gaedt’s und Gunter Dueck zum Thema Beruf und Job in der Zukunft, das wär wohl der Hammer. Es sei denn, das Thema Fachkräftemangel in der Kriegsindustrie wird über Einberufungen auch für die Wirtschaft dann etwas realer. Nun ja kurz zu mir, ich habe schon auf vielen Stühlen gesessen, vor und dahinter an Tisch mal als Vorgesetzter, mal als Arbeiter, mal als Praktikant, als als Recruter, Dozent und Jobcoach und zur Zeit auch mal wieder als Bewerber … . Nun ja da werd ich aber nur noch ausgesondert mit 45 zu Alt, Über- Unter- und Falschqualifiziert als Handwerker mit mal mit zu wenig und mal mit zu viel Erfahrung oder diese in der falschen Branche. Ich hab mich entwickelt (siehe Vera Birkenbihl) zu einem Bildungsjunkie werd noch den einen oder anderen Bildungsabschluß hier in Deutschland machen und wenn denn meine Frau mit Ihrer Diss dann fertig ist – Ihr geht es so wie mir nur das sie 10 Jahre jünger ist – schauen wir uns in der Welt um, wo uns eine Chance gegeben wird. Solange bis dahin freue ich mich auf deine und anderer Leute Beiträge und hoffe, dass es bei dir bald weiter geht mit lustigen Reimen heftiger Kritik und gutem Kopfwaschen!
    Mit lieben und dankbarem Gruß
    Kai G. W.

    • Hallo Kai, herzlichen Dank für Deinen netten Kommentar. Es sind die Menschen mit den unterschiedlichsten Berufserfahrungen, die eigentlich die relevante Erfahrung für das Recruiting mitbringen. Und die es aber auch am schwersten haben in Deutschland. Weil sie eben nicht mehr mainstream und massenkonform sind. Von daher wünsche ich Dir viel Erfolg beim weiteren Umschauen! Und es gibt übrigends schon ein Nachfolgevideo. Hier auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=LOK9IZwbpr4
      Herzlichen Gruß, Henrik

  17. Kai G. W. sagt:

    sorry da fehlt noch nen Halbsatz: Handwerker mit geisteswissenschaftlichen Uni-Magister

  18. Kai G. W. sagt:

    Hallo Henrik,

    dein neuer Clip sehr gut – nicht ganz so poetisch – dafür aber sehr klare Worte und wie Recht du wieder hast.
    Und nun lese ich mal wieder von Volldeppen in der Wirtschaftswochen, da haben viele noch nix begriffen.
    http://www.wiwo.de/erfolg/jobsuche/social-media-recruiting-hat-grenzen-mitarbeitersuche-im-social-web-bleibt-haeufig-erfolglos/11351730.html

    Anwesenheit bei Xing mit klassischen Stellenausschreibungen nen ich jetzt nicht Recruting im Web 2.0, da kann ich echt nur noch lachen.

    Natürlich kommt auch gleich noch ein neuer Hilfesteller beim Vorstellungsgespräch dort daher: http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/hilfe-fuers-vorstellungsgespraech-clevere-antworten-auf-fiese-fragen/10238742.html .

    Ein bedauernswertes Lächeln kommt da nur über mein Gesicht.

    Bis bald
    Kai G. W.

    • Dankeschön 🙂 Und ja, den Wiwo Artikel über erfolgloses Recruiting habe ich auch schon gelesen. Wie schafft es so ein Blödsinn in die Öffentlichkeit? Haben die Leute denn gar keine Ahnung von dem, worüber sie berichten? Ich meine, dem Journalisten kann ich das ja noch nachsehen. Aber Robert Half blamiert sich mit dieser Studie doch bis auf die Knochen.
      Herzlichen Gruß, Henrik

  19. Marc Mertens sagt:

    Tag zusammen,

    ich gebe mal kurz zu Protokoll, dass ich jetzt hoffe, dass es nicht zu frech erscheint, wenn ich mich mal als Artikelempfehler dieses WiWo-Artikels oute. ;-))

    Sicherlich hätte ich die Studie lesen sollen, aber ich frage mich schon ernsthaft, was oder wer dazu befragt wurde. Oder glauben die Social-Media-Recruiter dieser Unternehmen immer noch, dass ein nichtssagendes Anschreiben an die Talente auf XING oder LinkedIn und ganz speziell auf Facebook („Ich glaaaaubeeee das niiiicht“) oder der blanke Verweis auf die super-duper-tollen Stellenanzeigen auf den Karriereseiten wirklich die Toptalente gleich zu Freudensprüngen und Extrem-Job-Wechseling bringen.

    Ohh, sorry, als früherer Recruiter bin ich da wohl zu voreingenommen. Als Zeuge kann ich da der Anklage nicht objektiv dienen. ;-))

    Schaun mer mal, vielleicht äußert sich ja mal der ein oder andere Recruiter 2.0 dazu, der noch nie ein Talent über die Social-Media-Kanäle rekrutieren konnte und der gerade so bitterlich in seinem Büro heulen tut, ob dieser Tatsache. :-))))

    Servus aus München
    Marc Mertens

    • Moin Marc, passt 🙂 Bin über Deine Empfehlung auf XING darauf gestoßen. Hätte den Artikel sonst nicht gesehen. Wer auch immer an der STudie teilgenommen hat, es waren wohl keine modernen Recruiter dabei. Dann wäre das Ergebnis anders ausgefallen. Und die, die noch nie jemanden auf diesem Weg eingestellt haben, werden sich auch nicht melden. Denke ich mir mal so.
      Herzlichen Gruß, Henrik

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