Unternehmensdemokraten, Überforderung – und Jesus? Drei Gedanken, die Sie denken dürfen!

9. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Neuester Artikel

Henrik ZaborowskiUnternehmensdemokraten? Sind das nicht die, die das klassische Management in die Überforderung treiben? Oder kommt die gefühlte oder echte Überforderung vielleicht durch unser „always on“ Mentalität? Und wenn über den täglichen Social Media Stream tausende (nicht)relevante Informationen auf uns einprasseln … ist es da nicht manchmal hilfreich, sich auf das Wesentliche zu besinnen? Ja, Ja und Ja sind meine Antworten auf diese drei Fragen. Und wenn Sie das auch denken, dann lesen Sie doch einfach weiter. Denn es ist bald wieder Weihnachten, die Zeit der Weihnachtsmärkte und Geschenke (oder ging es um was anderes? Hm, was war das nochmal?). Und falls Sie noch ein Geschenk für sich selbst oder jemand anderen suchen … vielleicht ist bei diesen drei Büchern das Richtige dabei? Ich glaube, die Chancen dafür stehen gut.

Unternehmensdemokraten – Alle Macht für niemand!

Alle Macht für niemandFalls Sie auf Twitter aktiv sind (es lohnt sich, falls Sie es bisher nicht sind!!) wird es Ihnen gehen wie mir. Sie lesen einen interessanten Tweet, rufen das Profil des Schreibers auf, lesen kurz und entscheiden sich dann, ihm zu folgen. Folglich lesen Sie immer häufiger von ihm (oder natürlich ihr). Und manchmal fangen Sie an sich zu fragen, „Wer ist das eigentlich? Und was macht der so?“. So ging es mir mit Dr. Andreas Zeuch, der mit seinen Tweets über Unternehmensdemokratie meine Aufmerksamkeit weckte. Nun bin ich zwar ein offener Geist, aber eben auch ein skeptischer Pragmatiker. Es laufen so viele Spinner in dieser Welt rum …. manche behaupten ja z. B., dass unsere gute alte, über jahrzehnte geschliffene Personalauswahl nichts taugt … da muss man nicht gleich alles ernst nehmen. Oder? Aber nun hatte ich schonmal das Vergnügen, Julian Vester von elbdudler kennenzulernen (der seine Mitarbeiter ihr Gehalt selber bestimmen lässt). Oder Uwe Lübbermann von Premium Cola, der mit keinem einzigen seiner Geschäftspartner schriftliche Verträge hat. (hier gibt es ein klasse Interview mit ihm). Das scheinen auch alles ganz vernünftige Menschen zu sein. Warum nicht also auch Andreas Zeuch? Tja, und „haste nicht gesehen“, hatte ich sein Buch „Alle Macht für niemand“ in der Hand. Und fing an zu lesen. Und bin absolut begeistert. Denn hier hat sich jemand wirklich Arbeit gemacht. Und Gedanken. Die Kombination ist nicht selbstverständlich, um ehrlich zu sein. Andreas Zeuch beginnt mit Zahlenwerk (sie wissen schon, nicht so meins), dann begegnet er mit aus meiner Sicht bestechender Logik den Gegenargumenten, warum Mitbestimmung der Mitarbeiter und Abschaffung von Hierarchien unweigerlich ins Chaos führen müssen. Und führt sie ad absurdum. Das zu lesen hat mir echt Spaß gemacht. Und dann? Dann kommen jede Menge Beispiele praktisch umgesetzter Unternehmensdemokratie. Und nicht nur die schon längst bekannten (und teils immer noch belächelten) Beispiele wie Haufe umantis, elbdudler oder allsafe Jungfalk. Wertvoll finde ich die persönlich geführten Interviews mit den Initiatoren. Da werden auch Schwierigkeiten nicht verschwiegen … und manchmal muss Andreas Zeuch selbst bei diesen Vorzeigebeispielen auch den einen oder anderen Widerspruch entdecken.

Also, wer wissen will, wie Unternehmen fit für die Zukunft (disruptive Innovationen und so) werden können, in dem sie ihre Mitarbeiter endlich als eigenständige, verantwortliche und intelligente Menschen behandeln – der sollte neben „Thank God it’s Monday“ von Dark Horse unbedingt „Alle Macht für niemand lesen. Unbedingt!

Überforderung – oder spinnen wir einfach nur?

Mythos ÜberforderungSie kennen mit Sicherheit alle Martin Gaedt’s „Mythos Fachkräftemangel„, oder? Wenn nicht, hier habe ich über sein Buch „Mythos Fachkräftemangel“ und mögliche Lösungen geschrieben. Es gibt aber auch noch einen weiteren (neuen) Mythos. Nämlich den Mythos Überforderung. Zumindest nimmt den der bekannte Kinder- & Jugendpsychologe Martin Winterhoff wahr. Und hat darüber ein Buch geschrieben „Mythos Überforderung – wie wir gewinnen, wenn wir uns erwachsen verhalten“ Und wissen Sie was? Ich glaube, er hat Recht. Der Punkt ist: Ich kenne kaum eine Führungskraft, die nicht 120% oder mehr arbeitet. Ob das sinnvoll ist, bezweifle ich. „Man“ macht nichts mehr richtig, sondern nur noch oberflächlich und schnell schnell. Kennen Sie das? Und wenn Sie dann noch „in den Sozialen Netzwerken bzw. diesem Social Media“ aktiv sind, dann kann schnell das Gefühl aufkommen, nicht mehr hinterher zu kommen. Überall blinkt es, jeder will meine Aufmerksamkeit, reagieren soll ich auch noch auf das Meiste und und und. Sie mögen über Winterhoff denken, was Sie wollen. Ich persönlich mag seinen Stil nicht ganz so. Wirkt oft ein wenig überheblich. Aber wie er unsere Gesellschaft skizziert, da ist vieles bei, das ich auch wahrnehme. Eltern, die sich mit ihren Kindern überfordert fühlen. Verantwortung, die wir nur noch delegieren, statt selber Verantwortung zu übernehmen. Auch im Recruiting ein beliebtes Thema. Die Frage ist: Werden wir wirklich so von äußeren Umständen getrieben? Von der Digitalisierung, dem immer weiter steigenden Anforderungen im Job, den immer schnellerem „Change“? Kommen wir da wirklich nicht raus? Sind wir dem so hilflos ausgeliefert? Winterhoff sagt ganz klar „Nein“! Wir müssen nur endlich wieder anfangen, uns wie Erwachsene zu benehmen. Und er hat Recht, finde ich. Sein Tipp, wie man aus diesem Gefühl der Überforderung wieder los wird, ist übrigens so peinlich banal, dass es schon Mut hat, diesen Tipp überhaupt zu geben. Aber er funktioniert. Ich kann es bestätigen 🙂

Back to the roots – mit Jesus?

Falls Sie es nicht mehr auf dem Schirm hatten: Weihnachten feiern wir nicht das Fest der Geschenke (und meinetwegen auch des Friedens und der Gemeinschaft) … nein, wir feiern die Geburt von Jesus Christus vor mehr als 2000 Jahren. Wissen Sie eigentlich, was das bedeutet? Ich glaube, den wenigsten von uns ist am Ende die Reichweite dieses damaligen „events“ klar. Und doch wirkt sich dieses Ereignis in sehr sehr sehr viele Bereiche auch unseres heutigen Lebens aus.

Wussten Sie z. B., dass zur Zeit Jesu Alte, Kranke, Frauen und Kinder keinen Wert für die Gesellschaft darstellten? Und damit ziemlich mies dastanden. (nein, ich werde jetzt nicht meine ganz persönliche Meinung kund tun, wie es in unserer heutigen (Arbeits)Gesellschaft damit aussieht!) Wenn Sie wissen möchten, was bitte Jesus damit, mit Krankenhäusern, unserer Gesetzgebung und vielem mehr unseres heutigen Lebens zu tun hat, dann sollten Sie unbedingt das Buch „Weltbeweger – Jesus, wer ist dieser Mensch“ von John Ortberg lesen. Ich finde Geschichte immer wieder spannend. Denn wenn wir wissen wollen, warum wir heute als Gesellschaft das sind, was und wie wir sind, dann müssen wir wissen, wie und warum wir so geworden sind! Und Ortberg liefert ein paar interessante Gedanken und (nicht christliche) Zeitzeugenberichte und -meinungen. Das ist mein ganz persönlichen Buchtipp zu Weihnachten für Sie.

So, das war jetzt mal ein Artikel mit wenig Recruitingbezug. Der kommt dafür so richtig dicke wieder im nächsten Artikel. Aber ich dachte mir, das Leben im Allgemeinen und das Arbeitsleben im Speziellen hat ja auch viel mit Recruiting zu tun, oder?

In diesem Sinne – viel Spaß beim Lesen oder Verschenken und noch eine gesegnete Vorweihnachtszeit!

Ihr Henrik Zaborowski

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